Führung

Führungskräfte sind Kulturschaffende

Die Art und Weise wie eine Führungskraft kommuniziert, ihre Aufgaben klärt und die Führungsinstrumente einsetzt, ist stark von der Persönlichkeit der Führungskraft abhängig. Werte, innere Haltungen und Emotionen beeinflussen maßgeblich das Führungsverhalten und machen deren Qualität und persönliche Unverwechselbarkeit aus. Somit hat die Entwicklung eigener Führungsqualitäten auch immer mit der Bereitschaft zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu tun.

Eine gute Führungskraft besitzt nicht nur ein exzellentes Fachwissen und hohes Einfühlungsvermögen, sie geht den Konflikten nicht aus dem Weg, versteht die Zusammenarbeit in Teams zu fördern und Krisen zu meistern und das alles noch mit einem Blick auf die knappen Ressourcen. Eine gute Führungskraft kann auch scheinbar Gegensätzliches in Balance bringen, Kontrolle und Vertrauen, Handlungskraft und Reflexion, Rationalität und Empathie, Disziplin und Spaß. Doch vor allem ist sie ein Vorbild. Sie nimmt Einfluss auf die Unternehmungskultur. Sie wirkt kulturschaffend.

Wertschätzend führen

Menschen sind aufeinander angewiesen. Ich kann mich sozial, emotional und intellektuell entwickeln, weil es ein Gegenüber (unbewusstes und bewusstes Feedback) gibt , das mit mir interreagiert und ich dahinter früher oder später einen Zweck, Plan, Haltung und ein Motiv erkennen kann. Und umgekehrt, mein Gegenüber kann auch wachsen, besser oder auch schlechter, oder gemeiner werden, nicht bloß aus sich heraus, sondern aufgrund der Interaktion mit seiner Umgebung.

Wenn Sie heute Statements der politischen Wettkämpfer, Reden der frischgebackenen Geschäftsführer oder Interviews der sportlichen Idolen lauschen, werden Sie oft Aussagen hören, die mit Begriffen wie ‚Fairness‘, oder ‚Respekt’ reichlich geschmückt sind wie die Adventszeit mit Spendenaufrufen. Dann ist Bullshitbingo angesagt und sorgfältige Überprüfung der wahren Interessen der auftretenden Akteure.

Die Sonntagsredner und Selbstvermarkter bedienen sich wie viele Ideologien, die das Gute behaupten und das Schlechte tun, eines zutiefst menschlichen Bedürfnisses, nämlich: wahrgenommen, verstanden und wertgeschätzt werden.

Wertschätzendes Führen ist keine Einladung zum ‚einander Liebhaben’, ‚vor unangenehmen Entscheidungen kuschen’ oder zu einer falsch verstandenen Rücksichtnahme, sondern die Annahme einer Herausforderung, die angesichts der ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen nach neuen Technologien der Kommunikation verlangt.

Die Herausforderung heute ist, unsere Wahrnehmungsfähigkeit weiterzuentwickeln – und von einer im Entstehen begriffenen Zukunft zu lernen. Hierin liegt die entscheidende Aufgabe von Führung: Den Prozess des Sehens von Realität so zu vertiefen, dass wir beginnen, entstehende Möglichkeiten wahrzunehmen. Damit rückt die eigene Aufmerksamkeit sowohl sich selbst als auch dem anderen gegenüber in den Mittelpunkt.

Wertschätzung geht nicht ohne Selbstwertschätzung

Wer sich selbst nicht wertschätzt, kann den anderen nicht wertschätzen und nur derjenige, der Wertschätzung erfährt, kann die Wertschätzung auch weiter geben.

Wertschätzende Kommunikation heißt nicht, dass sich alle mögen, sondern dass hinter den Handlungen der Menschen Werte und Bedürfnisse erkannt und berücksichtig werden.

Wertschätzende Kommunikation trainiert sowohl Einfühlungsvermögen und Neugier als auch Mut, Klarheit und Gelassenheit. Praxiserprobte Führungskräfte werden nicht weichgespült, sondern erringen Vorsprung durch ihre Kommunikationstechnik.

Doch Wertschätzung ist nicht bloß eine Technik – sondern und vor allem eine Grundhaltung – am besten aber wie bei der Kochkunst oder Liebeskunst, beides zugleich.

‚Wertschätzend Führen‘ ist eine innere Haltung, die nicht vorgegeben werden kann. Eine Führungskraft muss die Wertigkeit dieser Haltung mit sich selbst und der ‚Organisation‘ aushandeln. Verbündete finden oder auch nicht, denn ein einziger Kluger kann ein dummes System nicht verändern (vgl. Sprenger „Radikal Führen“).

Wertschätzend Führen bleibt ohne klare innere Haltung eine Kommunikationstechnik unter vielen.

Employability – die gebildete Person

Im Mittelpunkt jedes Führungs-Updates, sollte die Entwicklung der „Employability“ einer Führungskraft stehen. Mit den Prinzipien der „Employability“ ist die Idee des Managementvordenker Peter F.Drucker von Führungskraft als “gebildete Person” gemeint. Dabei geht es nicht um allgemein Bildung oder gute Kinderstube was ja eh nicht verkehrt ist, sondern um die Lernbereitschaft, Entwicklung, Pflege und intelligente Verknüpfung der methodischen, fachlichen und sozialen Kompetenzen der Führungskräfte Angesichts der zukünftigen Herausforderungen des Arbeitsmarktes.

Das Konzept der “gebildeten Person” ist die Reaktion auf die drei großen Trends, welche die Zukunft der Gesellschaft und der Erwerbsarbeit signifikant prägen werden:

  • die demografische Entwicklung, die zu einer Alterung der Bevölkerung und zu einem Mangel an qualifizierten Nachwuchs- und Fachkräften führt.
  • die zunehmende Dynamik, d.h. steigende Veränderungsgeschwindigkeit und Innovationsabhängigkeit in Unternehmen.
  • die Bedeutungszunahme des Faktors Wissen als wichtige Ressource zukunftsorientierter Unternehmen und damit auch die Bedeutungszunahme des Faktors Bildung.

Von der Führungskraft im Sinne einer gebildeten Person wird u.a. erwartet:

  • Fähigkeit zu Selbstreflexion
  • Engagement und Ausdauer
  • Stärkung der Eigenverantwortlichkeit
  • Empathie und Einfühlungsvermögen
  • Lernbereitschaft und Lernfähigkeit
  • Umgang mit Komplexität
  • Förderung von systemischem und vernetztem Denken

Sich selbst kennen…eigenes Profil schärfen

Angenommen Sie sind als Führungskraft mit exzellenten Fachwissen und Einfühlungsvermögen ausgestattet. Sie gehen den Konflikten nicht aus dem Weg, Sie verstehen Krisen zu meistern, die Zusammenarbeit in Teams zu fördern und das alles noch mit einem Blick auf die knappen Ressourcen- ein Vorbild an Führungspersönlichkeit! Doch was nutzt es Ihnen, wenn die richtigen Leute es nie davon erfahren.

Viele Menschen glauben, dass sie es nicht wert sind, ihren persönlichen Überzeugungen und Ideen einen starken Ausdruck zu verleihen und bringen sich daher kaum ein. Viele gute Ideen und Impulse sind deshalb schon verloren gegangen, viele Positionen mit falschen Kandidaten besetzt, Projekte gescheitert, Unternehmen in den Abgrund geführt.

Eine starke persönliche Marke ist ein echter und tiefster Ausdruck der eigenen Fähigkeiten und Stärken. Kein Produkt der Profilierungssucht und kein leeres Versprechen, sondern ein selbstbewusstes Auftreten eines integeren Charakters; auch mit allen seinen Schönheitsfehlern, Ecken und Kanten.

Sich über die eigenen Qualitäten und Begabungen klar zu werden und ein scharfes Profil seiner selbst zu gestalten, erfordert Mut, denn nicht immer findet der Markt – sprich die Kollegen, Mitarbeiter oder Vorgesetzten – Ihre Ziele und Ideen gut. Das ist aber kein Grund, sich zurückzuhalten und womöglich einem Konflikt aus dem Weg zu gehen.

Aufzubegehren und zu den eigenen Werten und Fähigkeiten zu stehen, bedeutet immer den Beginn einer aufregenden Reise. Konflikte und Niederlagen gehören so selbstverständlich dazu, der Neid der anderen, unfaire Kritik und die immer wieder-kehrenden Selbstzweifel. Doch wer sich einmal in einer wichtigen Auseinandersetzung nicht mundtot machen ließ, seine Wünsche und Vorstellungen durchgesetzt und den Geschmack eines Sieges gekostet hat, weiß wie unbedeutend im Nachhinein alle die Widrigkeiten erscheinen.

Führung aktiv – Themenschwerpunkte eines Seminars

  • „Ich folge dir, weil…“ – Was ist gute Führung?- Sich selbst führen. Eigene Werte, Glaubensmuster und Antreiber erkennen und sinnvoll nutzen.
  • Führung- worauf kommt es an –Überblick der Leadership- und Managementtheorien. Neue Ansätze- systemisches Management, postheroisches Management, narratives Management, Wertemanagement, U-Theorie
  • Führungskräfte sind Kulturschaffende – Arbeit im System und am System. Rollenverständnis. Erwartungen und Erwartungserwartungen, Mikropolitik, Einfluss- und Kontrollbereiche.
  • Führungsinstrumente kennen lernen – Delegieren, Mitarbeitergespräche, Kritikgespräche, Feedback, Konfliktmanagement, Entscheidungen treffen usw.
  • Führung als Kunst die Widersprüche auszuhalten – Umgang mit Führungsdilemmata. Veränderungsmanagement.- Umgang mit Unerwartetem.
  • Personal Performance – Erkennen der eigenen Wirkung in der Kommunikation. Abstimmung verbaler und nonverbaler Signale. Abgleich Selbstbild/Fremdbild
  • Grundlagen der wertschätzenden Kommunikation – Der achtsame Umgang mit sich selbst und meinem Gegenüber. Empathie und aktives Zuhören.
     
  • Klarheit schaffen, Sinn vermitteln – glaubwürdige Kommunikation in fordernden Führungssituationen wie z.B. Kritik- und Feedbackgespräch.
  • Selbstmarketing – Erfahren wie man Ideen und Ziele nach aussen wirkungsvoll formuliert. Erproben und Nutzen von Variationsmöglichkeiten im Auftreten
  • Die Essenz der wirkungsvollen Führung – Erarbeiten der eigenen authentischen Führungsidentität.